{"id":16152,"date":"2012-10-01T16:17:35","date_gmt":"2012-10-01T14:17:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.schwierenstein.de\/schwieren2\/?p=16152"},"modified":"2017-05-17T11:57:18","modified_gmt":"2017-05-17T09:57:18","slug":"restaurierung-godesburg-bonn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/restaurierung-godesburg-bonn\/","title":{"rendered":"Restaurierung Godesburg Bonn"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-16155 alignright\" src=\"http:\/\/www.schwierenstein.de\/schwieren2\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Aufsicht_vorher-300x168@2x-300x168.jpg\" alt=\"Aufsicht_vorher-300x168@2x\" width=\"300\" height=\"168\" srcset=\"https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Aufsicht_vorher-300x168@2x-300x168.jpg 300w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Aufsicht_vorher-300x168@2x.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Die Godesburg befindet sich im Bonner Ortsteil Alt-Godesberg im Stadtbezirk Bad Godesberg. Die Grundsteinlegung erfolgte 1210 durch den K\u00f6lner Erzbischof Dietrich I. von Hengebach. 1244 lie\u00df Erzbischof Konrad von Hochstaden die Burg vergr\u00f6\u00dfern und in den Folgejahren fanden weitere ausbauten statt. W\u00e4hrend des Truchsessischen Krieg 1583 wurde die Burg durch einen Angriff und die Sprengung der Mauern zerst\u00f6rt. Kaiser Wilhelm II schenkte die Ruine 1891 der damaligen Gemeinde Godesberg. 1959 begann der Umbau der Burg nach Pl\u00e4nen von Gottfried B\u00f6hm. Heute befinden sich in der Burg ein Restaurant und kleinere Wohnungen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Die Firma Schwieren Steinmetzwerkst\u00e4tten wurde mit der Durchf\u00fchrung folgender Restaurierungs-, Konservierungs- und Sanierungsarbeiten beauftrag:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-16157 alignleft\" src=\"http:\/\/www.schwierenstein.de\/schwieren2\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ausicht_vorher_2-300x169.jpg\" alt=\"Ausicht_vorher_2\" width=\"300\" height=\"169\" srcset=\"https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ausicht_vorher_2-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ausicht_vorher_2-600x338.jpg 600w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ausicht_vorher_2-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ausicht_vorher_2.jpg 1024w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ausicht_vorher_2-1000x563.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/strong><strong>\u00dcberpr\u00fcfung der Fl\u00e4chen<\/strong><br \/>\nVor der Durchf\u00fchrung der eigentlichen Restaurierungs- und Konservierungsma\u00dfnahmen ist die Gesamtfl\u00e4che des Mauerwerkes begutachtet und auf Bestand und Zustand dokumentiert worden. Zum einen wurde die gesamte Mauerwerksfl\u00e4che vor Ger\u00fcststellung mit einem sogenannten Quattrocopter umflogen und fotographisch aufgenommen. Weiterhin sind schematische Zeichnungen zum Bestand und Zustand angefertigt worden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Reinigungsarbeiten<\/strong><br \/>\nIm Vorfeld wurde ein umfangreicher Steinaustausch der Tuffziegelsteine festgelegt, daher erfolgte abschnittsweise die Reinigung mittels Hei\u00dfdampf. Hierbei wurde darauf geachtet, dass die Reinigungsmethode unter gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Schonung der originalen Steinsubstanz stattfindet. Obwohl unterschiedliche Oberfl\u00e4chen (verschiedene Materialien) mit differenzierten Anforderungen vorlagen, konnte durch ein manuelles Einstellen von Arbeitsmethodik und Arbeitsdruck gew\u00e4hrleistet werden, so dass es zu keinerlei Substanzverlust bei der Hei\u00dfdampfreinigung kam. Zur Festlegung des Reinigungsgrades (Hei\u00dfdampfreinigung) wurde zuvor eine Musterfl\u00e4che angelegt, welche durch die Fachbauleitung und den Auftraggeber begutachtet und anschlie\u00dfend freigegeben wurde. An stark verschmutzen Bereichen, wo sich eine zumeist d\u00fcnne schwarze Kruste auf der Tuffsteinziegeloberfl\u00e4che befand, musste mit weiteren Reinigungsmethoden gearbeitet werden. Diese leicht verkrusteten Bereiche wurden nach Absprache mit der Denkmalpflege mittels Niederdruck und einem Calciumgranulat gereinigt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nach abschlie\u00dfender Endreinigung und Abschluss s\u00e4mtlicher Arbeiten wurde erneut mittels Hei\u00dfdampfreinigung lose aufliegende Verschmutzungen sowie M\u00f6rtelreste als auch sonstiger Baustaub entfernt. Hierbei wurde ein geringerer Wassereintrag sowie Reinigungsdruck gew\u00e4hlt, da es sich lediglich um ein \u201eAbsp\u00fclen\u201c der intakten Oberfl\u00e4che handelte.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Nadeln von stark besch\u00e4digten Oberfl\u00e4chen<\/strong><br \/>\nNach sorgf\u00e4ltiger Untersuchung mussten s\u00e4mtliche Fl\u00e4chen, welche oberfl\u00e4chenparalle Aufschuppungen bzw. Abspaltungen aufzeigten, mit einer Nadelpistole abgearbeitet werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-16154 alignright\" src=\"http:\/\/www.schwierenstein.de\/schwieren2\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Aufschneiden_Fugennetz-300x225@2x-300x225.jpg\" alt=\"Aufschneiden_Fugennetz-300x225@2x\" width=\"300\" height=\"225\" srcset=\"https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Aufschneiden_Fugennetz-300x225@2x-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Aufschneiden_Fugennetz-300x225@2x.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Verfugungsarbeiten<\/strong><br \/>\nPrim\u00e4res Ziel bei diesem Arbeitsschritt war zun\u00e4chst die komplette und vollst\u00e4ndige Entfernung s\u00e4mtlicher Zementverputzungen, welche zumeist kleinteilig innerhalb der gesamten Mauerwerksfl\u00e4che vorzufinden waren.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Ausbau Bestandsverfugung<\/strong><br \/>\nS\u00e4mtliche Zementverputzungen konnten bei gleichzeitiger Schonung des gr\u00f6\u00dftenteils historischen Untergrundes manuell, mit ersch\u00fctterungsarmen mechanischen Werkzeugen oder unter Zuhilfenahme von Druckluft entfernt werden. Originale Befunde an Kalkm\u00f6rtelverfugung blieben erhalten und wurden nicht entfernt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Neuverfugung<\/strong><br \/>\nAufgrund des stark unterschiedlichen Schadengrades und differenzierter Schadensph\u00e4nomene wurde die Verfugung im gesamten Bereich der zu bearbeitenden Fassadenfl\u00e4che bereits im Vorfeld genauestens untersucht. Die erw\u00e4hnte, vollfl\u00e4chig entfernte Zementverputzung wurde in einem weiteren Arbeitsgang mit einem Fugenm\u00f6rtel neu verfugt. Diese M\u00f6rtelzusammensetzung entspricht den optischen und technischen Eigenschaften des historischen Altbestandes.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei der Neuverfugung wurde darauf geachtet, dass in Bereichen von Neuaufmauerungen der Versetzm\u00f6rtel in ausreichender Tiefe zur\u00fcckgearbeitet wurde, damit eine hinreichende Verkrallung des Fugenm\u00f6rtels gew\u00e4hrleistet werden konnte. Es wurde zudem darauf geachtet, dass Steinflanken nicht besch\u00e4digt und Fugen nicht geweitet ge\u00f6ffnet werden. Nach dem \u00d6ffnen der Fugen und Einbringen des neuen Fugenm\u00f6rtels wurden diese Bereiche \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum kontinuierlich mit getr\u00e4nkten Jutebahnen feucht gehalten. Das technische Anforderungsprofil f\u00fcr den Verfugm\u00f6rtel besteht in der Verwendung des Bindemittels, der Farbigkeit und der K\u00f6rnigkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-16158 alignleft\" src=\"http:\/\/www.schwierenstein.de\/schwieren2\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Konservartorisch_behandelte_Fl\u00e4che-300x200@2x-300x200.jpg\" alt=\"Konservartorisch_behandelte_Fl\u00e4che-300x200@2x\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Konservartorisch_behandelte_Fl\u00e4che-300x200@2x-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Konservartorisch_behandelte_Fl\u00e4che-300x200@2x.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/strong><strong>Restauratorisch- konservatorische \u00dcberarbeitung von Originalfugen<\/strong><br \/>\nOriginaler Fugenm\u00f6rtel (Kalkm\u00f6rtel mit einem Zusatz von Ziegelsplitt), welcher bis zur Oberfl\u00e4che erhalten ist, blieb vorrangig erhalten und wurde konservatorisch bearbeitet. In diesen Bestandsbereichen waren partiell Ausbr\u00fcche, Absandungen sowie feinste Haarrisse zu beobachten. Kleinere Ausbr\u00fcche und Fehlstellen wurden mit einem Syton X30- Sand- Gemisch schl\u00e4mmend oberfl\u00e4chlich geschlossen. Zielsetzung bei der konservatorischen Bearbeitung des Originalbestandes war die oberfl\u00e4chenb\u00fcndige Erg\u00e4nzung sowie der vollst\u00e4ndige Verschluss s\u00e4mtlicher Haarrisse. Das zuk\u00fcnftige Eindringen von Wasser jeglicher Art soll durch diese Ma\u00dfnahme m\u00f6glichst vermieden werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Natursteinarbeiten<\/strong><br \/>\nAls Austauschmaterial f\u00fcr Trachytwerksteine ist seitens der Bauleitung Kirchheimer Muschelkalk in graubrauner Variet\u00e4t vorgeschlagen worden. Sogenanntes Kernmaterial aus Weiberner Tuff wurde hingegen f\u00fcr den Steinaustausch im Tuffziegelbereich verwendet. Der Anspruch an den Einbau von Vierungen bestand haupts\u00e4chlich im fugenlosen, passgenauen Einbau und dem hohlraumfreien Einpassen s\u00e4mtlicher Erg\u00e4nzungen. Alle Vierungen wurden mit einem frostfesten Flex- Klebem\u00f6rtel eingesetzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-16156 alignright\" src=\"http:\/\/www.schwierenstein.de\/schwieren2\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ausbau-300x200@2x-300x200.jpg\" alt=\"Ausbau-300x200@2x\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ausbau-300x200@2x-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Ausbau-300x200@2x.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Tuffsteinziegel<\/strong><br \/>\nBei einem Schadensgrad von 100% wurden die Tuffsteinziegel bis zu einer Tiefe von 20cm ausgearbeitet. Ausgebaute Bereiche wurden anschlie\u00dfend von losen Stein- und M\u00f6rtelmaterial gereinigt. Vor dem Einbau neuer Tuffsteinziegel wurden deren Fugenfl\u00e4chen (Sto\u00df- und Lagerfugen) steinmetzm\u00e4\u00dfig \u00fcberarbeitet, so dass im Anschluss eine gute Verkrallung zwischen Steinoberfl\u00e4che und M\u00f6rtel gew\u00e4hrleistet werden konnte. S\u00e4mtliche Werksteine wurden mit einem NHL- Kalk hohlraumfrei versetzt. Bei eventuell entstehenden Hohlr\u00e4umen im zur\u00fcckliegenden Mauerwerk wurde dieses mit einem gie\u00dff\u00e4higen M\u00f6rtel gef\u00fcllt. Bei gro\u00dfformatigen Vierungssteinen oder aus der Mauerwerksoberfl\u00e4che herauskragenden Steinen (Gesimse, Konsolen etc.) wurden zur Stabilit\u00e4t und Sicherheit Verd\u00fcbelungen mittels V4A- Edelstahlst\u00e4ben verwendet. Bei gr\u00f6\u00dferen Austauschfl\u00e4chen ab 1m\u00b2 wurden 6 Mauerwerks- Halteanker\/ m\u00b2 (V4A- Edelstahl) eingelassen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-16160 alignleft\" src=\"http:\/\/www.schwierenstein.de\/schwieren2\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Neuaufmauerung-300x200@2x-300x200.jpg\" alt=\"Neuaufmauerung-300x200@2x\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Neuaufmauerung-300x200@2x-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Neuaufmauerung-300x200@2x.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Teilfl\u00e4chen von Tuffsteinziegeln wurden durch eine Vernadelung und anschlie\u00dfende Injektion mit RCP N4-M\u00f6rtel an die Grundsubstanz kraftschl\u00fcssig verbunden. Die f\u00fcr ungeeignet erscheinenden Tuffsteinziegel wurden vollst\u00e4ndig ausgetauscht. Die Oberfl\u00e4che der Tuffsteinziegel war zun\u00e4chst als reine S\u00e4gefl\u00e4che sichtbar. Zu Beginn wurden mechanisch die Kanten gebrochen bzw. abgerundet, um diese Austauschsteine dem Altbestand optisch anzugleichen. Nach Einbau und vor der Neuverfugung wurden die Tuffsteinoberfl\u00e4chen mit einem sogenannten Nadeleisen strukturell bearbeitet. Bei gro\u00dffl\u00e4chigen Ausbesserungen bzw. langformatigen Tuffsteinziegeln wurde die Rundung der Oberfl\u00e4chengeometrie angepasst.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-16159 alignright\" src=\"http:\/\/www.schwierenstein.de\/schwieren2\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Neuaufmauerung_ohne_Bearbeitung-300x200@2x-300x200.jpg\" alt=\"Neuaufmauerung_ohne_Bearbeitung-300x200@2x\" width=\"300\" height=\"200\" srcset=\"https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Neuaufmauerung_ohne_Bearbeitung-300x200@2x-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.schwierenstein.de\/steinmetzwerkstaetten\/wp-content\/uploads\/2016\/07\/Neuaufmauerung_ohne_Bearbeitung-300x200@2x.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/>Fenstergew\u00e4nde, Sohlb\u00e4nke, St\u00fcrze (Kirchheimer Muschelkalk)<\/strong><br \/>\nAn Werkst\u00fccken wie Fenstergew\u00e4nde, Sohlb\u00e4nke und St\u00fcrzen (Fenster und Schie\u00dfscharten) wurden partiell Vierungen aufgrund starker Verwitterungssch\u00e4den eingebaut. Profilierte Vierungen hingegen, beispielsweise an Konsolsteinen, wurden auf Grundlage des tats\u00e4chlichen Vierungsaufma\u00dfes verwendet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bei nicht vorhandenen Schlitzen in den Anschlussbereichen von Naturstein zu Gesimsen, Vorspr\u00fcngen oder Fensternischen, wo im Anschluss eine wasserabf\u00fchrende Bleiabdeckung angebracht wurde, mussten zus\u00e4tzlich Schlitze von bis zu 30x30mm in das Mauerwerk eingearbeitet werden. Diese sind beim Anbringen der Abdeckungen mittels ged\u00fcster Bleiwolle vollfl\u00e4chig und oberfl\u00e4chenb\u00fcndig verstemmt. Bauseits wurde entschieden, dass die Basaltlavaabdeckungen ohne zus\u00e4tzliche Verblechung steinsichtig bleiben.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zus\u00e4tzliche Natursteinarbeiten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Kernbohrungen<\/strong><br \/>\nOberhalb des Sockelgesimses wurde auf Grund einer Neuverlegung der Elektrozuleitungen eine ca. 3m lange Kernbohrung durchgef\u00fchrt. Die ca. 1,60m lange Kernbohrung am Turmkopf hingegen dient der Entw\u00e4sserung (Not\u00fcberlauf).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sockel\u00fcberarbeitung<\/strong><br \/>\nIm Sockelbereich mussten aufgrund gel\u00f6ster Basaltrollen Fl\u00e4chen neuversetzt werden. Aufgrund unzureichender Materialst\u00e4rke wurden Tuffschalen von einer St\u00e4rke bis zu 5cm abgenommen, um in diesen Bereichen ausreichende Stabilit\u00e4t gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen. Die Tuffschalen konnten in ein geeignetes M\u00f6rtelsystem gedr\u00fcckt werden und bilden somit erneut einen vollfl\u00e4chigen Verbund zum Mauerwerk. Die Fundamentsch\u00fcttung wurde mit einer RCP-Formschl\u00e4mme sowie dem Objektfugenm\u00f6rtel bearbeitet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Zus\u00e4tzliche Vernadelungen<\/strong><br \/>\nVernadelt wurden Bereiche, die als Auflager von neuen Tuffziegelfl\u00e4chen (Komplettaustausch) dienen sowie Vorsatzschalen (Originalbestand), welche erhalten werden konnten. Zur Vernadelung wurden V4a-Gewindestangen in einen entsprechenden Bohrkanal geklebt. Auszugversuche ergaben Zugwerte \u00fcber 2t.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Restauratorisch\/ konservatorische Ma\u00dfnahmen<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>M\u00f6rtelerg\u00e4nzungen<\/strong><br \/>\nS\u00e4mtliche Schadstellen f\u00fcr restauratorische Ma\u00dfnahmen wurden steinmetzm\u00e4\u00dfig so ausgearbeitet, dass ein tragf\u00e4higer Steinuntergrund entsteht, auf welchem in einem weiteren Arbeitsgang die Ersatzmasse aufgetragen werden konnte. Randbereiche wurden hierbei schwalbenschwanzf\u00f6rmig und nicht auf null auslaufend ausgearbeitet. Als Ausnahme kam dies bei Anwendung von entsprechend geeigneten M\u00f6rtelsystemen zum Tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der verwendete Restaurierm\u00f6rtel, nach ausreichender Bemusterung festgelegte Rezeptur, gleicht sich optisch dem historischen Bestand in Struktur und Eigenschaft der Tuffsteinziegel an. Um diese optische und technische Eigenschaft zu erreichen, wurden geeignete Zuschl\u00e4ge und Bindemittel mehrfach bemustert und freigegeben. S\u00e4mtliche Erg\u00e4nzungen \/ Putzk\u00f6pfe sind hinreichend mit V4A- Edelstahlarmierungen versehen worden. Diese sind mit einer ausreichenden \u00dcberdeckung mit M\u00f6rtel versehen. Profilierte M\u00f6rtelerg\u00e4nzungen kamen haupts\u00e4chlich an Trachyt- Werksteinen wie Einfassungen der Fenster, Schie\u00dfscharten sowie den Konsolen zum Tragen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Fixierung von Tuffsteinziegelschalen, Einbau von Blendankern<br \/>\nBei der Fixierung der abschalenden Tuffsteinziegel wurden Injektionskan\u00e4le gebohrt und ein GFK-Stift eingelegt. Der offene Bohrkanal wurde mit RCP Injektionsm\u00f6rtel N4 kraftschl\u00fcssig verf\u00fcllt. Die GFK-St\u00e4be hatten jeweils eine L\u00e4nge von ca. 100mm.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Originalbestand kann als abschalende Tuffsteinziegelk\u00f6pfe mit einer intakten, umlaufenden Originalverfugung beschrieben werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Sytonschl\u00e4mme<\/strong><br \/>\nDie erhaltungsf\u00e4higen Tuffsteinziegelk\u00f6pfe wurden zur Verkleinerung der Oberfl\u00e4che und zum Verschluss von Haarrissen mit einer Schl\u00e4mme \u00fcberarbeitet, welche als Bindemittel Syton enth\u00e4lt. Die Schl\u00e4mme wurde mit einem Spachtel aufgetragen und mit einem Schwamm in der Aufbauh\u00f6he reduziert. Der Arbeitsgang war notwendig, um die gestiegene Wasserbelastung der Altziegel durch die geschlossene Geb\u00e4udeh\u00fclle zu reduzieren<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Godesburg befindet sich im Bonner Ortsteil Alt-Godesberg im Stadtbezirk Bad Godesberg. Die Grundsteinlegung erfolgte 1210 durch den K\u00f6lner Erzbischof Dietrich I. von Hengebach. 1244 lie\u00df Erzbischof Konrad von Hochstaden die Burg vergr\u00f6\u00dfern und in den Folgejahren fanden weitere ausbauten statt. W\u00e4hrend des Truchsessischen Krieg 1583 wurde die Burg durch einen Angriff und die Sprengung der Mauern zerst\u00f6rt. Kaiser Wilhelm II schenkte die Ruine 1891 der damaligen Gemeinde Godesberg. 1959 begann der Umbau der Burg nach Pl\u00e4nen von Gottfried B\u00f6hm. Heute befinden sich in der Burg ein Restaurant und kleinere Wohnungen. Die Firma Schwieren Steinmetzwerkst\u00e4tten wurde mit der Durchf\u00fchrung folgender Restaurierungs-, Konservierungs- und Sanierungsarbeiten beauftrag: \u00dcberpr\u00fcfung der Fl\u00e4chen Vor der Durchf\u00fchrung der eigentlichen Restaurierungs- und Konservierungsma\u00dfnahmen ist die Gesamtfl\u00e4che des Mauerwerkes begutachtet und auf Bestand und Zustand dokumentiert worden. Zum einen wurde die gesamte Mauerwerksfl\u00e4che vor Ger\u00fcststellung mit einem sogenannten Quattrocopter umflogen und fotographisch aufgenommen. Weiterhin sind schematische Zeichnungen zum Bestand und Zustand angefertigt worden. Reinigungsarbeiten Im Vorfeld wurde ein umfangreicher Steinaustausch der Tuffziegelsteine festgelegt, daher erfolgte abschnittsweise die Reinigung mittels Hei\u00dfdampf. Hierbei wurde darauf geachtet, dass die Reinigungsmethode unter gr\u00f6\u00dftm\u00f6glicher Schonung der originalen Steinsubstanz stattfindet. 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